Liebe Leser – Eltern, Familien, Kinder!

FFPA02-09_030Man sagt: „Die Welt wird lokaler.“
Dies bezieht sich nicht nur auf unsere Wirtschaft und die globale Politik. Vielmehr steht dieser Satz für alle Menschen auf der Welt und ganz besonders für alle Familien! Die Menschen reisen mehr, lernen neue Sprachen, hören ausländische Musik, genießen eine internationale Speisekarte und der Gebrauch von Kulturgüten aus allen Herren Ländern ist für uns mittlerweile ganz selbstverständlich. Es ist offensichtlich, dass eine solche Globalisierung sich auch auf die Beziehungen zwischen den einzelnen Kulturen auswirkt.
Und genau so war es auch in meinem Fall.
Ich heiße Mona Irina und bin als Kind von zwei Deutschen in Deutschland  geboren. Da meine Eltern in früheren Jahren Sannyasins waren, habe ich von früh auf viel über die indische Kultur und Spiritualität gelernt und fühle mich daher auch sehr mit dieser Kultur verbunden. Während meiner Kindheit hatte ich das Glück mit meiner Familie viele Länder bereisen zu können, bis ich schließlich damit begann, die Welt auf eigene Faust zu erkundigen. So ging ich mit 17 Jahren für einen Schulaustausch nach Japan und lebte dort für ein Jahr mit einer japanischen Gastfamilie und ging auf eine japanische Schule. Später studierte, lebte und arbeitete ich dann in Mexiko und in Großbritannien, wo ich mich vollauf für beide Kulturen und Sprachen begeisterte.
Zusammen mit meiner „mexikanischen Schwester“ reiste ich mit dem Rücksack durch Südamerika, wo ich meinen späteren Mann in Paraguay kennenlernte.
Und so begann meine eigene multikulturelle Familiengeschichte.
Andrés, mein Ehemann, und ich verliebten uns ineinander und führten über eine sich ewig anfühlende Zeit eine Fernbeziehung zwischen Paraguay und Deutschland.
Obwohl es nicht immer einfach war, gelang es uns einander regelmäßig zu besuchen und voneinander zu lernen. Dies beinhaltete auch das Kennenlernen des anderen Landes, der Familie, Freunde und Kultur. Schließlich fanden Andrés und ich dann in Berlin unsere erste gemeinsame Heimat. Dieser Start war nicht unbedingt einfach, besonders was die Visa-Bedingungen anging.
Heute sind wir glücklich verheiratet und mit unserer liebsten Tochter Aramí Zoé (*25.12.2015) gesegnet.
Sie ist der größte Schatz in unserem Leben und gleichzeitig ist sie nicht unser Eigen. Wie bereits Kahlil Gibran (1883 – 1931) sagte: „Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.“
Nichtsdestotrotz wächst unsere Tochter von Anfang zweisprachig und mit zwei unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten auf. Dies wird ihre Persönlichkeit in Bezug zu ihr Selbst prägen aber auch zu der Art, wie sie ihre Umgebung wahr nimmt.
In ihrem Leben wird unsere Tochter immer mit (mindestens) der deutschen, paraguayischen und Guaraní (Kultur und Sprache der indianischen Bevölkerung in Paraguay) Kultur konfrontiert sein. Möglicherweise werden hierzu noch Aspekte aus der mexikanischen, indischen und japanischen Mentalität hinzukommen.
Daher ist die Frage der multikulturellen und mehrsprachigen Erziehung für unsere Familie umso wichtiger. Du, lieber Leser, bist daher herzlich eingeladen von unseren Erfahrungen und unseren Recherchen zu diesen Themen zu lernen. Gleichzeitig – und das ist noch viel wichtiger – bist du herzlich eingeladen, deine eigenen Erlebnisse hier einzubringen und dich auszutauschen. Viel Spaß, ich freue mich auf dich!
PS: Ich selbst bin nicht bilingual aufgewachsen aber durch meine langen Aufenthalte im Ausland sprechen die Mehrzahl meiner Freunde und ein nun großer Teil meiner Familie kein Deutsch. Daher ist dieser Blog auch zweisprachig aufgebaut und du kannst selbst entscheiden, ob du meine Beiträge auf Deutsch oder Englisch lesen möchtest. Zum Teil kann es sein, dass sie sich etwas voneinander unterscheiden, da jedes Thema in seiner Sprache einen anderen Charakter haben kann.

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