„Obwohl Zensusdaten angeben, dass 37% der US-Bürger farbig sind, beinhalten gerade einmal 10% aller veröffentlichter Kinderbücher einen Aspekt der Vielfalt.“

Dieses Zitat auf der Website des „Multikulturellen Kinderbuch Tages“ (Multicultural Children’s Book Day (MCBD)) ist einer der Motivationsfaktoren der beiden Veranstalterinnen, Valarie Budayr von Jump Into a Book und Mia Wenjen von PragmaticMom.

Ich denke, diese Zahlen sind ähnlich oder sogar schlechter hier in Deutschland und ich bin davon überzeugt, dass wir auch in Deutschland mehr über multikulturelle Kinderliteratur schreiben müssen. Daher bin ich sehr froh, dass ich dieses Jahr ein Teil des Multicultural Children’s Book Day (welcher am 27, Januar 2017 statt findet) sein darf und eine Rezension über ein bestimmtes multikulturelles Kinderbuch schreiben kann: The Magic Poof von Stephen Hodges, illustriert von T. Kyle Gentry.

Ich bin davon überzeugt, dass dies ein weiterer Schritt in Richtung einer vielfältigeren Abbildung aller kulturellen Gruppen ist. Insbesonders für die Kleinsten von uns. Lasst uns also gleich in das wunderbare (und manchmal auch sehr „haarige“) Buch von Stephen Hodges spingen, „The Magic Poof“!

The Magic Poof Review

 

Die Geschichte von „The Magic Poof“

„Ange-Marie fühlte sich schon immer anders“, mit diesen Worten beginnt die Geschichte des farbigen Mädchens mit dem lockigen, manchmal gigantischen, manchmal winzigen aber auf jedenfall immer sehr verrückten Haarball auf dem Kopf. Der „Poof“ ist nicht nur Ange-Marie’s bester Freund, der sie immer begleitet, sondern er hilft ihr in seiner lustigen und sehr verrückten Art auch dabei, die Welt in all ihren Farben zu entdecken und zu umfassen. Der Poof tanzt, hüpft, fliegt, verformt sich… In einer sehr liebenswürdigen Art und Weise representiert er Ange-Marie’s Einzigartigkeit und wie wunderbar es ist anders zu sein und diese Andersartigkeit in all seinen Formen anzunehmen. 

 

Das Buch

Dankbar erhielt ich die Printausgabe von „The Magic Poof“ (bisher nur in Englisch) von seinem Autor Stephen Hedges und las es meiner Tochter vor. Wir fanden es beide urkomisch! Nicht nur sind die Zeichnungen sehr fröhlich und farbenfroh (genau wie Ange-Marie selbst!), sondern auch die Geschichte an sich ist in einer wunderbar leichten Art geschrieben, sodass es richtig Spaß machte es meiner Kleinen vorzulesen.  „Biiiittteeeeeee“, sagte der Poof und „Ich liiiiiiiieeeebeeeee Fototag!!“ Ich genoss es total, die Worte so lang wie möglich zu ziehen, was meine Tochter zum Jauchzen brachte. Hinsichtlich der Zeichnungen war sie besonders von den großen Augen faszinierten. Kein Wunder wurde „The Magic Poof“ mit dem Mom’s Choice Award ausgezeichnt.

Neben der Printausgabe (welche auf den ersten Blick ehrlich gesagt nicht sonderlich spannend aussieht, da das Büchlein recht klein ist und die Seiten dünn sind) gibt es auch eine App (für Android und iPhone), welche einfach SUPER ist!

 

Die App

Die App ist sehr viel interaktiver als das Buch (wer hätte das gedacht…?) und neben der erheiternden Geschichte ist die App auch eine super Übungsmethode für Leseanfänger. Ich würde die App auf jeden Fall für etwas ältere Kinder empfehlen (in der Beschreibung wird die App für Kinder ab 4+ Jahren empfohlen aber ich finde ehrlich gesagt, dass Kinder unter 5 Jahren nicht mit Handys, Tablets, etc. spielen sollten…).

Die App hat drei Bereiche: „Ließ mir vor“ („Read to me“), „Ich kann lesen“ („I can read“) und „Gestalte“ („Shape“). Im Bereich „Read to me“ oder „I can read“ liegen zwei Geschichten zur Auswahl vor: Einmal die Ursprungsgeschichte „The Magic Poof“ und dann eine weitere Geschichte namens „A new friend“ („ein neuer Freund“), die ebenfalls von Ange-Marie und ihrem „Poof“ handelt. 

Im Bereich „Read to me“ wird die Geschichte dem Kind vorgelesen. Das ist einfach zum Schreien komisch. Die Stimmen von Robbie Daymond (der Poof, Erzähler und Fotograph) wie auch von Kimberly Woods (Ange-Marie)  und Sunny Lu (Ling) klingen einfach zum knutschen! 

Im Bereich „I can read“ kann das Kind für sich selbst lesen. Zusätzlich (und das ist einfach FANTASTISCH, ich LIEBE dieses Feature einfach!) kann jedes Wort einzeln berührt werden und es wird vorgelesen. Für Leseeinsteiger oder Kinder, die Englisch lernen ist diese Option einfach klasse!!! Wenn meine Tochter in der Schule mit Englisch beginnt, werde ich auf jeden Fall wieder auf diese App zurück greifen. Ein anderes Feature ist das Berühren und Verschieben von Gegenständen. Der Leser kann jedes Objekt im Bild berühren und damit herumspielen (z.B. dem Poof ein Glas Milch geben). Auch ist jede Bewegung mit einem lustigen Geräusch verbunden.

Zum Schluss gibt es den Bereich „Shape“, in dem dein Kind ein Selfie machen und sich selbst einen „Magic Poof“ verpassen kann. Ich liebe dieses Feature! Es ist total lustig The Magic Poof "Shape" feature(auch wenn meine Kleine noch nicht so recht still halten wollte) und gleichzeitig kann es deinem Kind auch eine neue Realität zeigen. Wie wäre es, wenn man so krauses Haar hätte wie viele Farbige? Oder wenn dein Kind  krauses Haar hat kann es sehr lustig sein, mal einen anderen Haarschnitt auszuprobieren und sich gleichzeitig in seiner Einzigartigkeit representiert zu fühlen. Vielleicht kann es auch eine Möglichkeit sein über die Gefühle deines Kindes hinsichtlich seiner eigenen Unterschiede und der Unterschiede anderer zu sprechen.  

 

Über den Autor

Author of The Magic Poof, multicultural children books day

Stephen Hodges

Stephen Hodges machte seinen Abschluss in Interkultureller Kommunikation und Rundfunkjournalismus an der Arizona State University. Dies zeigt bereits sein frühes Interesse an multikulturellen Studien. 

Stephen arbeitete als Autor, Produzent und Direktor, sogar in sehr großen Filmproduktionen in Hollywood (z.B.  „The Matrix“ und „Battleship“). Derzeit arbeitet Stephen an seiner eigenen Animationsserie „The Magic Poof“. 

Multiculturalbaby freut sich, Stephen ein paar persönliche Fragen bezüglich der Idee und der Entwicklung von „The Magic Poof“ stellen zu dürfen:

 

Multiculturalbaby: Was inspirierte dich, über multikulturelle / multirassische Themen zu schreiben?

Stephen Hodges: Ich selbst fühlte mich immer schon anders als alle anderen. Ich bin keine besonders große Person und als Kind war ich eher an Scifi-Büchern interessiert als an Sport. Geeky, klein und schüchtern würde mich während meiner Schulzeit wahrscheinlich am besten beschreiben. Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich auch viel mit Büchern, Fernsehen und Filmen die von Menschen handelten, die wegen ihrer Andersartigkeit herausragten. Dieses Interesse hielt bis zur Universität an und führte dazu, dass ich im Ausland studierte und meinen Abschluss in Interkultureller Kommunikation machte. Multikulturelle / multirassiale Themen sind eine natürliche Erweiterung der Person, als die ich mich wirklich fühle… Jemand mit einem starken Interesse an den Andersartigkeiten die wir alle haben und die uns einzigartig machen.

Multiculturalbaby: Wie sieht deine eigene Familie aus? Oder: Kommst du selbst aus einer multikulturellen Familie? 

Stephen Hodges: Auf den ersten Blick sieht meine Familie nicht gerade sehr multikulturell aus, obwohl wir eigentlich ein unglaublicher Mix sind. Meine Großmutter väterlicherseits kommt aus Mexiko. Deswegen feiern wir Weihnachten jedes Jahr mit Tamales und nicht mit Schinken. Meine kulturellen Wurzeln haben ihren Ursprung an vielen Plätzen in West- und Osteuropa, Serbien und Kroatien mit inbegriffen. Auch hatte ich das Glück für neun Jahre in einer wunderbaren Beziehung mit einer Afroamerikanerin gewesen zu sein. Durch sie und ihre Familie lernte ich so viele Dinge. Indem ich über die Schwierigkeiten von Schwarzen in den Vereinigten Staaten lernte, öffneten sich mir in vielerlei Hinsicht die Augen. Dies erlaubte mir auch meine eigenen Erfahrungen in Sachen „anders fühlen“ so in meine Charaktere einzubinden, dass jeder sich mit ihnen identifizieren kann.

Multiculturalbaby: Was war dein Lieblingsbuch als Kind? 

Stephen Hodges: Ich hatte so viele. Ich liebte Ramona und Beezus Serie Beverly Cleary. Die Chroniken von Narnia und Der Herr der Ringe. Ich denke, mein absoluter Favorit war Der Hobbit. 

Multiculturalbaby: Kannst du mir ein bisschen mehr zu der Serie erzählen, an der du gerade arbeitest? 

Stephen Hodges: Ich arbeite derzeit an der Erstellung der animierten Serie zu „The Magic Poof“. Meine Charaktere waren nie auf ein paar Bücher beschränkt. Ich möchte eine ganze Welt für sie kreieren, in der sie leben können. In der der Poof Kinder auf ein Abenteuer nimmt und ihnen dabei gute Werte vermittelt. Der Poof in der Serie kennt keine Grenzen und kann Ange-Marie und ihre Freunde wohin auch immer mitnehmen. Dabei führt sein frecher Charakter sicherlich zu einigen „haarigen“ Situationen. Nebenbei arbeite ich aber auch noch an einer zweiten animierten Serie, welche auf einer Idee von meinem Illustrator Kyle Gentry basiert, sowie an einer Komödie und einem Drama.

Multiculturalbaby: Unter anderem hast du auch in Hollywood bei der Produktion von „The Matrix“ und „Battleship“ mitgearbeitet.  Was waren deine Aufgaben? Wie war es, in Hollywood zu arbeiten? 

Stephen Hodges: Bei beiden Filmen arbeitete ich in der Technik als Video Engineer. Dabei rennt man viel am Set herum und richtet die Kameras richtig aus und stellt einen Link zwischen dem Regisseur und dem Rest des Video-Teams her. Ich bin auch Produzent und habe an Dokumentarfilmen, Musikvideos, Independent Film und Werbungen gearbeitet. Hollywood ist immer eine interessante Erfahrung… man lernt viel und kann jeden Tag mit kreativen Köpfen zusammen arbeiten. Meine Träume und Wünsche haben sich mit der Zeit jedoch verändert. Früher habe ich anderen dabei geholfen ihre Geschichten zu realisieren. Heute möchte ich meine eigene Geschichte kreieren.

Vielen Dank, Stephen, für deine Zeit und deine wunderbare Arbeit, die du für eine vielfältigere und multikulturelle Welt für Kinder, Eltern und Lehrer leistest! 

 

 

Multicultural Children's Books Day

Multicultural Children’s Book Day 2017 (1/27/17) is its fourth year and was founded by Valarie Budayr from Jump Into A Book and Mia Wenjen from PragmaticMom. Our mission is to raise awareness on the ongoing need to include kid’s books that celebrate diversity in home and school bookshelves while also working diligently to get more of these types of books into the hands of young readers, parents and educators.

Despite census data that shows 37% of the US population consists of people of color, only 10% of children’s books published have diversity content. Using the Multicultural Children’s Book Day holiday, the MCBD Team are on a mission to change all of that.

Current Sponsors:  MCBD 2017 is honored to have some amazing Sponsors on board. Platinum Sponsors include ScholasticBarefoot Books and Broccoli. Other Medallion Level Sponsors include heavy-hitters like Author Carole P. RomanAudrey PressCandlewick Press,  Fathers IncorporatedKidLitTVCapstone Young Readers, ChildsPlayUsa, Author Gayle SwiftWisdom Tales PressLee& Low BooksThe Pack-n-Go GirlsLive Oak MediaAuthor Charlotte RiggleChronicle Books and Pomelo Books

 

Author Sponsor include: Karen Leggett AbourayaVeronica AppletonSusan Bernardo, Kathleen BurkinshawMaria DismondyD.G. DriverGeoff Griffin Savannah HendricksStephen HodgesCarmen Bernier-GrandVahid ImaniGwen Jackson,  Hena, Kahn, David Kelly, Mariana LlanosNatasha Moulton-LevyTeddy O’MalleyStacy McAnulty,  Cerece MurphyMiranda PaulAnnette PimentelGreg RansomSandra RichardsElsa TakaokaGraciela Tiscareño-Sato,  Sarah StevensonMonica Mathis-StoweSmartChoiceNationAndrea Y. Wang

 

We’d like to also give a shout-out to MCBD’s impressive CoHost Team who not only hosts the book review link-up on celebration day, but who also work tirelessly to spread the word of this event. View our CoHosts HERE.

MCBD Links to remember:

MCBD site: http://multiculturalchildrensbookday.com/

Free Multicultural Books for Teachers: http://bit.ly/1kGZrta

Free Kindness Classroom Kit for Homeschoolers, Organizations, Librarians and Educators: http://multiculturalchildrensbookday.com/teachers-classroom-kindness-kit/

Free Diversity Book Lists and Activities for Teachers and Parents: http://bit.ly/1sZ5s8i

Hashtag: Don’t forget to connect with is on social media and be sure and look for/use their official hashtag #ReadYourWorld.